Medienkompetenz- Nur wer den Computer als Werkzeug begreift, ist ihm nicht ausgeliefert

Schon Kant wies darauf hin, wie wichtig Wissen und Mündigkeit sind: »Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.« Wie werden wir in einer zunehmend digitalen Welt, die vom technologischen Fortschritt und von einer immensen Informationsflut geprägt ist, zu mündigen und unabhängigen Menschen, die digitale Hilfsmittel nutzen, aber zugleich die Risiken abwägen?

Es ist wichtig, dass in einer demokratischen Gesellschaft jeder ein grundlegendes Wissen von Technologie und Naturwissenschaft hat. Insbesondere bezüglich der digitalen Entwicklungen können wir nur durch ein fundiertes Allgemeinwissen verhindern, dass der wissenschaftliche Fortschritt uns bei all seinen Chancen am Ende nicht schadet. Dazu gehört aber auch, dass wir über die technischen Aspekte hinaus die Folgen medialer Handlungen erkennen und uns mit ethischen und moralischen Fragestellungen auseinandersetzen.

Wichtige Grundlagen für die persönliche Entwicklung Heranwachsender, aber auch für eine hoffnungsvolle Zukunft unserer Gesellschaft werden durch Schulbildung gelegt. Wie wird dieser Bildungsanspruch den Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Umwelt gerecht? Gibt es Grundkompetenzen, die Heranwachsende der Generation Smartphone zu verantwortungsbewussten und kritischen Mediennutzern und Mitgestaltern machen? Der Schweizer Informatiker und Medienpädagoge Beat Döbeli Honegger schreibt in seinem Buch »Mehr als 0 und 1« ausführlich darüber, was moderne Konzepte für digitale Bildung beinhalten können und sollten. Ich stimme mit ihm überein, wenn er schreibt: »Kreativität und Querdenken werden in einer digitalisierten Welt wichtiger, weil der Computer die einfachen Probleme bereits gelöst hat und damit die ungelösten Probleme komplexer werden.«Darüber hinaus gibt es viele Inhalte, die wir unseren Kindern heute mit auf den Weg geben sollten, um sie auf ein Leben mit digitalen Medien in Beruf und Alltag vorzubereiten. In meinem Buch soll in diesem Kapitel beispielhaft auf verschiedene Aspekte eingegangen werden, welche für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien wichtig sind.

Der breite Aktionsradius, den Kinder und Jugendliche durch digitale Hilfsmittel haben, beinhaltet zumeist digitale Kommunikation, Computerspiele und digitales Lernen. Eltern und Schule sollten Kinder darauf vorbereiten, selbstbestimmt in einer digital vernetzten Welt zu agieren. Dies zu erreichen, erfordert Kenntnisse mit unterschiedlichen Perspektiven: Experten aus Bildung und Wirtschaft haben sich im März 2016 hierzu in einer gemeinsamen Erklärung geäußert (Dagstuhl-Erklärung). Sie verweisen in ihrer Veröffentlichung auf folgende Fragestellungen: »Wie funktioniert die vernetzte Welt?« (technologische Perspektive), »Welche Wechselwirkungen entstehen in der digital vernetzten Welt?« (gesellschaftlich-kulturelle Perspektive), und: »Wie nutze ich die digitalen Werkzeuge und Möglichkeiten?« (anwendungsbezogene Perspektive). Nur wer den Computer als Werkzeug begreift und die technologischen Möglichkeiten unter den unterschiedlichen Blickwinkeln versteht, ist der digitalen Technologie nicht ausgeliefert und kann verantwortungsvoll die Zukunft mitgestalten.

Im Buch wird auf folgende Inhalte näher eingegangen:

  • Urheberrechte
  • Datensicherheit
  • Datenschutz
  • Gesetzliche Regelungen
  • Big Data